Meine ersten fünf Lebensjahre verbrachte ich auf dem Lande. Ich spielte gern mit Gegenständen aus Wald, Wiese und Flur. Meine Puppenstube am Fuße eines Baumes hatte ich selbst aus Moos, Gehölz, Eicheln, usw. gebaut. Ich fühlte mich sehr angezogen von der Ruhe und Stille: Hier konnte ich einfach SEIN. Da es keine gleichaltrigen Kinder zum Spielen gab, war ich viel allein – mit mir, mit der Natur und mit unseren Hasen im Stall.
Schule, Studium, Beruf und meine eigene Familie setzten diesem ländlich-idyllischen Lebensabschnitt ein Ende und haben die nächsten Jahrzehnte bestimmt. Nach dem Studium absolvierte ich mein Anerkennungsjahr in einem Kinderheim. Anschließend übernahm ich die Leitung einer Kindertagseinrichtung im sozialen Brennpunkt. Aus privaten Gründen zog ich nach Holland und baute dort in Zusammenarbeit mit Ärzten einen Beratungsdienst für Rekruten bei der kath. Militärseelsorge auf. Nach meiner Rückkehr konnte ich die Arbeit im sozialen Brennpunkt als Psychotherapeutin in einer Familienberatungsstelle wieder aufnehmen. Da mein langersehntes Kind nun doch noch kam, setzte ich meine Arbeit als pädagogische Leiterin und Betreuerin eines Fachoberschulreifelehrganges an der Volkshochschule erst nach einer Pause fort. Ehrenamtlich war ich beim Kinderschutzbund in der Telefonischen Krisenbereitschaft beschäftigt mit dem Schwerpunkt Kindesmisshandlung und sexueller Missbrauch. Nach meiner Tätigkeit an der Volkshochschule wechselte ich zur Jugendhilfe Köln e.V., wo es um die Betreuung langzeitarbeitsloser junger Erwachsener und deren Eingliederung in die Arbeitswelt ging. Seit 1996 bin ich freiberuflich als körperorientierte Psychotherapeutin in eigener Praxis tätig.
Meine Beschäftigung in diesen verschiedenen Tätigkeitsbereichen brachte viele Herausforderungen und wichtige Erfahrungen mit sich. Gerade die Arbeit mit den Menschen im sozialen Brennpunkt war meine wichtigste berufliche Erfahrung. Während meines Studiums setzte ich mich nie mit dem Thema ‚Randgruppen’ auseinander. Meine eigenen Ängste und Bewertungen (ich bin nicht stark genug, habe keine Erfahrung, bin zu behütet aufgewachsen …) hielten mich davon ab. Und siehe da – genau dieser Bereich war mein erstes Aufgabengebiet. Es war eine Arbeit voller Tiefe, Freude, Spaß, gegenseitigem Respekt und Achtung. Hier habe ich bewusst und hautnah erlebt, was es heißt, mit Wertschätzung präsent zu sein. Diese Arbeit war einer der wichtigsten Grundsteine für meine therapeutische Tätigkeit. All mein berufliches Tun half mir auch immer in meiner eigenen Entwicklung weiter: auf dem Weg zu mir selbst und meiner inneren Wahrheit. Dieser Weg wurde durch die Ent-deckung meiner eigenen Spiritualität vertieft. 1999 besuchte ich ein fachliches Seminar für körperorientiertes therapeutisches Arbeiten bei Frühgestörten, wo ich einen authentischen Zugang zu meinem wahren Wesen bekam und eine starke Verbindung zu meinem Herzen erfuhr. Ich erlebte mich eins mit allem. Im selben Jahr erkrankte meine Tochter schwer und ich machte intensive Prozesse des Loslassens durch. Meine Tochter lebt, und sie ist glücklich.
Im Jahr 2000 lernte ich die Rituale der Schwitzhütte kennen. Drei Jahre danach ging ich nach der Lakotatradition auf Visionssuche, wodurch ich tiefe essenzielle Erfahrungen durchleben durfte. Durch mein Eintauchen in die Spiritualität wurden auch die transpersonale Psychologie und der Schamanismus bewusster in mein Leben integriert. Vieles davon habe ich schon immer gelebt, rein intuitiv aus meinem Inneren heraus.
Im Ăśbrigen fahre ich sehr gern Ski und gehe mit meinem Hund kreuz und quer durch den Wald spazieren, wobei ich mich viel lieber spontan nach meinem GefĂĽhl orientiere, als einem vorgegebenen Weg zu folgen. Es sei denn, es ist mein innerer.