Zentrum Astarte • die Mitwirkenden • Gunhild Reichard

1942 wurde ich als viertes von sechs Kindern geboren. Auf Grund der Arbeitsmöglichkeiten meines Vaters zogen wir mehrfach um, bis wir schlieĂźlich in Köln ein Siedlungshaus erwerben konnten. Dort studierte ich Mathematik und Textilgestaltung fĂĽr das Lehramt an Realschulen und unterstĂĽtzte nach wie vor meine Mutter in Haus und Garten. In der Familie wurde sehr viel musiziert, aber Nähen und Sticken zogen mich noch mehr an. 

In allen Sinnfragen des Lebens suchte ich Hilfe und Kraft aus dem christlichen Glauben. In meinem beruflichen Werden und den familiären sozialen Zusammenhängen stieĂź ich immer wieder auf Projekte im Aufbau: Meine erste Stelle trat ich mit 24 Jahren in Pulheim an, gleich als Klassenlehrerin der 8. und ältesten Klasse; dort richtete ich die Handarbeitsräume und die LehrkĂĽche ein. 

Später – nach 12 Jahren Familienpause mit drei Kindern – war ich als Mutter und schließlich auch als Lehrerin an der neu gegründeten Waldorfschule in Köln tätig. Auch hier waren Engagement und Kreativität keine Grenzen gesetzt. Gestalten von Jahresfesten, Improvisieren bei Klassenspielen vom Bühnenbild bis zu den Kostümen waren erlebnisreiche Erfahrungen neben allem Unterrichten. Meine pädagogische Arbeit immer neu zu überdenken – jetzt im Licht der Waldorfpädagogik und Anthroposophie – auch das war mir ein großes Anliegen und bereichernd auf meinem persönlichen Weg.

Als Ausgleich zu Schule und Haushalt wanderte ich mit „Was blüht denn da?“ (Kosmos Naturführer) im Gepäck oder beschäftigte mich im eigenen naturnah gestalteten Garten. Erst der Tausch des Hauses gegen eine Stadtwohnung ließ mich spüren, wie sehr ich mit dem eigenen Garten verbunden gewesen war. Es fand sich bald Ersatz: Im Tobiashaus, dem Kölner Zentrum für Anthroposophische Medizin, kann ich bis heute geistige Anregungen mit praktischer Gartenarbeit verbinden. Leben in der Stadt – Leben in der Natur: Wiederum als Ergänzung fügte es sich dann wunderbar, diesen Platz, das Zentrum Astarte, in seinem Anfang kennen zu lernen: Das intensive Sich Einlassen auf die Prozesse des Werdens und Vergehens in der Natur, verbunden mit dem spirituellen Austausch mit anderen Menschen ist wesentlich für meinen Entwicklungsweg geworden. Inzwischen verbringe ich regelmäßig mehrere Tage an diesem Platz und sorge hauptsächlich für den Garten.