Zentrum (bedeutet Mittelpunkt, zentraler Ort)
Dieses Zentrum dient der Gesundwerdung und Weiterentwicklung des Menschen, auf personaler und transpersonaler Ebene, sowie der Heilung der Natur und Tiere. Die Quelle der Heilung und des Gewahrseins ist tief in jedem vorhanden, und wir dürfen unseren Glauben unter keinen Umständen jemandem anderen aufdrängen, sondern ihm stets helfen, diese Quelle in sich selbst zu entdecken.
Unser Leitsatz:“ Alles, was Du brauchst liegt tief in Deinem Inneren und wartet nur darauf, entdeckt zu werden, sich zu entfalten und zu offenbaren.“ (Eileen Caddy)
Hier sollen Menschen leben und mitarbeiten, die gewillt sind, im Einklang mit der Natur und im Einklang mit der Natur in sich selbst zu leben und sich weiterzuentwickeln.
Der spirituelle Weg ist: Der Weg zurück zu sich selbst, zu seinem Ursprung. Jede Seele muss ihre eigene spirituelle Arbeit tun.
Guru Mayi sagt: „Der ganze Zweck der spirituellen Suche ist Dein inneres Selbst zu entdecken, die Wahrheit in Deinem Herzen zu erfahren. Du kannst es nirgendwo außer in Dir selbst finden, aber, wenn Du es gefunden hast, kannst Du es überall finden“.
Spiritualität ist ein Entwicklungsprozess des Menschen, eine Glaubensrichtung, ein Weg zur Freiheit des Menschen, eine geistliche Orientierung und Lebenspraxis, ein inneres Wachstum. In jedem Menschen schlummern Fähigkeiten, durch die er sich Erkenntnisse über höhere Welten erwerben kann. Wenn wir nicht das tiefgründige Gefühl in uns entwickeln, dass es etwas Höheres gibt, als wir sind, werden wir auch nicht in uns die Kraft finden, uns zu einem Höheren hinaufzuentwickeln.
In unserer Gemeinschaft üben wir uns darin, unsere Arbeit in den Dienst eines größeren Ganzen, eines Höheren zu stellen und nicht um unseres eigenen Erfolges willen. Die Leistung wird mit keiner Gegenleistung verrechnet. Wir bringen den inneren Willen zur ehrlichen, hingebungsvollen Arbeit zum Wohle des Ganzen mit. Wir sind ein Teil des Universums, eingebunden in einem Netz von Wechselwirkungen und Abhängigkeiten. Lerne ich diese Wechselwirkungen zu verstehen, vor allen Dingen auch spürbar, erfahrbar zu verstehen, werde ich mir der universellen Verantwortung bewusst und komme zu einem tieferen Verständnis über Sinn und Zweck des Lebens. Der ursprüngliche Mensch steht als Verbindungsglied zwischen den kosmischen Vaterkräften des Himmels und den kosmischen Mutterkräften der Erde. Es geht darum, uns in dem Eingebundensein wieder zu erleben und es zu be-greifen. Mit unserer begrenzten, allein auf uns selbst ausgerichteten Denkweise werden wir den Herausforderungen unserer Zeit nicht gerecht. Die Natur benötigt den Menschen nicht, doch wir sind nicht lebensfähig ohne sie. Die Natur ist ein perfektes, lebendes und vernetztes System, das sich selbst regulieren kann. Sie ist die Quelle für alles Leben. Arbeit im Dienste des Ganzen, vorbehaltlos zu dienen, ist eine hervorragende Übung zur Egotransformation, denn, wenn wir im Ego verhaftet sind, sehen wir nicht das, was tatsächlich da ist.
Das Ego drückt sich aus in: Härte, Macht, Allmachtphantasien. Wenn wir das Ego nähren, werden wir verbissen, sind misstrauisch gegen alles, was passiert, es trennt und verbindet nicht, werden engstirnig, verkrampfen, müssen gegen andere siegen… Die Leichtigkeit und Weite hat keinen Platz. Äußeres Ansehen steht im Mittelpunkt. Das Ego deckt die innere Empfindsamkeit zu. Es werden fragmentierte und keine verlässlichen Beziehungen gelebt. Das Ego führt zur Einengung. Es baut eine Barriere gegen die innere Weisheit, die jeder Mensch besitzt, auf.
Persönliche Entwicklungen und Prozesse sind notwendiger Teil der inneren Arbeit der Transformation, doch wenn diese Transformation wirklich eine spirituelle sein soll, benötigen wir die Dimension des Seins (das wahre Wesen), denn wahre Herzensöffnung geschieht auf der Seinsebene.
Das Leben in der Gemeinschaft ist geprägt von einem liebevollen und respektvollen Umgang. Jeder Mensch soll das Gefühl haben, sich in einer ihm angemessenen Weise zu entfalten, produktiv und kreativ sein zu können. Es muss die Möglichkeit bestehen, dass das Anderssein eines jeden Mitgliedes gelebt werden darf, ohne dadurch die Selbstachtung zu verlieren. Die Erfahrung zu machen, dass Unterschiedlichkeit wachstumsfördernd ist und nicht als die Quelle der Bedrohung oder Abwertung zu sehen ist. Die Gemeinschaft muss in der Basis eine Stabilität aufweisen, um den Wachstumsbedürfnissen eines jeden einzelnen Individuums gerecht zu werden. Es muss die Möglichkeit bestehen sich auszuprobieren. Das Ausprobieren ist kein Ausagieren, sondern ein Prozess, ein Weg zur tiefgreifenden Selbsterkenntnis. Es muss die Voraussetzung vorhanden sein, dass Selbstwert sich entwickeln kann und der Mensch die Fähigkeit erlangt, mit anderen in Beziehung zu treten, die befriedigend und anregend ist. Dazu sind folgende Eigenschaften notwendig, mit denen wir konfrontiert sind und die eine kontinuierliche Arbeit erfordern:
- Echtheit: Wirklich sein
- Integrität: Werte setzen und Verhaltensweisen zu entwickeln, die dazu passen
- Mut: Risiken einzugehen, verletzliche Gefühle offen legen, neue Wege des Verhaltens auszuprobieren
- Spontanität: Risiken, eigene Gefühle zu äußern
- Verantwortung: In Beziehung zu anderen zum eigenen Verhalten, Gedanken und Gefühlen zu stehen
- Verbindlichkeit: Sich selbst festlegen. Das beinhaltet auch eigene Grenzen zuzugeben
- Kongruenz: Das, was ich sage, fühle und meine ich auch.
Wichtig ist, dass jeder wirtschaftlich unabhängig, autark in der Gemeinschaft ist. Das bedeutet nicht Isolation, sondern für seine Fähigkeiten selbstverantwortlich zu sein. Das Konzept wird gesehen als ein dynamisches System, ständig im Fluss. Nur, wenn Veränderungen möglich sind, ist Wachstum gewährleistet. Das geht jedoch nur im Miteinander und nicht im Gegeneinander. Jede Fähigkeit und Interaktion der Mitglieder der Gemeinschaft bedingen sich positiv gegenseitig, wenn sie konstruktiv genutzt werden. Es ist ein Weg des Aufbaus und nicht der Zerstörung. Diesen Weg sichtbar und lebbar zu machen durch Vorleben, Miteinander -leben, Miteinander –arbeiten, Lesen, meditieren, Stille, Übungen (Sinnesübungen, Achtsamkeitsübungen…). Es darf auch gelacht, gesungen und gespielt werden.
Im Garten soll eine Permakultur entstehen. Permakultur ist ein natürliches Kreislaufsystem, in dem alle Wesen (Stein, Pflanze, Tier und Mensch) miteinander in Wechselwirkung stehen. Eines bedingt das andere, alle dienen einander und bereichern sich gegenseitig. Wir lernen zu sehen, dass die Erde dem Menschen großen Reichtum schenkt. Folgt man dem natürlichen Aufbau, bedarf es keiner künstlichen Düngung und schließlich auch keiner Bewässerung. Garten- und Küchenabfälle, auch der Pferdemist werden kompostiert und so verwandelt der Erde zurückgegeben. Ergänzend zur Permakultur werden weitere Gartenkonzepte genutzt: die EM- Praxis (effektive Mikroorganismen) zur Belebung des Bodens, als Nahrungsergänzungsmittel für die Pferde oder zur hygienischen Reinigung im Haus; die Ratschläge des Maria-Thun-Kalenders (Einbeziehung kosmischer Rhythmen); Kompost-Impfpräparate der Abtei Fulda und nicht zuletzt, was Kräuter und Heilpflanzen betrifft, die Weisheit des Pflanzenlehrers Wolf-Dieter Storl, Ethnobotaniker und Kulturanthropologe.
So finden die im Zentrum tätigen Menschen schließlich selbst auch in eine Lebensgestaltung, in der sie sich wieder eng mit dem lebendigen Kosmos verbinden, sich selbst als Teil der Natur erleben und gleichzeitig im Geist des Zentrums arbeiten.